Krankheiten des Chinchilla

Bei richtiger Haltung und Fütterung sind Chinchillas recht widerstandsfähige Tiere und werden nur selten krank. Dabei sollte man einige Grundregeln beachten:

  • Das Trinkwasser muss täglich gewechselt und die Trinkflasche gereinigt werden.
  • Keine alten Chinchillapellets verfüttern (auf das Haltbarkeitsdatum achten).
  • Das Heu für die Chinchilla muss trocken sein und frisch riechen. Auf keinen Fall darf es schimmeln. Auf den Boden gefallenes Heu muss regelmäßig entfernt werden, da so verunreinigtes Heu bei den Chinchillas zu Durchfall kommen kann.
  • Es sollte regelmäßig frisches Nagematerial in den Käfig gegeben werden. Nur so wird gewährleistet, dass sich die ständig nachwachsenden Nagezähne des Chinchilla abnutzen.
  • Um möglichst früh eine Verstopfung oder Durchfall zu erkennen, sollten täglich die Kotbällchen kontrolliert werden.
  • Man sollte die Futterzusammensetzung nicht plötzlich ändern. Falls dies nötig wird, dann sollte man über mehrere Wochen immer größere Anteile des neuen Futters mit dem alten mischen. Ansonsten kann es zu Durchfall kommen.
  • Chinchillas brauchen tagsüber absolute Ruhe. Bei dauernden Störungen am Tag wird das Chinchilla nervös und hektisch und damit anfällig für Krankheiten.

Hier nun einige Krankheiten der Chinchillas mit Hinweisen zur Behandlung

Durchfall

Durchfall erkennt man an den weichen Kotbällchen, die teilweise plattgedrückt sind. Sie kleben teilweise an den Sitzbrettern oder ähnlichen und hinterlassen einen grünlichen oder bräunlichen Schmierfilm.

kot
Normaler Chinchillakot

Mögliche Ursachen für Durchfall sind zu viel nasses Grünfutter, feuchtes oder schimmliges Heu, unsaubere Trink - oder Futtergefäße, fressen giftiger Stoffe, plötzliche Futterumstellung oder ein Überfressen bei Jungtieren.

Behandeln kann man Durchfall, indem man ihnen 24 Stunden nichts füttert. Danach gibt man erstmal nur gutes Heu. Dem Trinkwasser gibt man etwas Obstessig zu. Am nächsten Tag gibt man zum Heu etwa ein Viertel der normalen Pelletmenge. Ist der Kot normal geformt, erhöht man nach und nach die Pelletmenge, bis man wieder beim Normalmaß angekommen ist. Während der Behandlung müssen die Sitzbretter täglich abgeschrubbt werden. Auch die Einstreu muss täglich erneuert werden.

Wenn nach einigen Tagen keine Besserung eintritt, dann kann man statt Wasser Oral - Pädon - Tee aus der Apotheke geben. Verbessert sich der Gesundheitszustand des Chinchilla dann immer noch nicht oder ist es sehr krank, apatisch, hockt in der Ecke und frisst nicht, dann muß man sofort mit dem Tier zum Tierarzt. Auch wenn der Durchfall sehr heftig ist und der Kot flüssig - schleimig ist, dann ist der sofortige Gang zum Tierarzt unumgänglich. Zusätzlich sollte man eine Kotprobe zur Untersuchung mitnehmen.

Verstopfung

Die Krankheitszeichen für eine Verstopfung sind immer kleiner werdende Kotbällchen, Trägheit und Fressunlust. Dies kann hervorgerufen werden durch zu viele Leckerbissen, Ernährung mit falschem Futter sowie Bewegungsmangel. Aber auch Wassermangel kann zu einer Verstopfung führen.

Bei Verstopfung sollte man keine Leckerbissen mehr anbieten. Zur Behandlung gibt man eine Messerspitze Karlsbader Salz auf einen Viertelliter Trinkwasser. Ausserdem soll das kranke Tier viel Auslauf erhalten.

Auch Bene Bac (vom Tierarzt) ist ein gutes Heilmittel gegen Verstopfung. Werden die Kotbällchen immer kleiner und das Chinchilla wird immer träger und fressunlustiger, dann muß man sofort mit dem Tier zum Tierarzt. Dies kann zum Darmverschluss und damit zum Tod des Tieres führen. 


 

Augenentzündungen

Als Ursache für Augenentzündungen kommen Sandkörner oder andere kleine Fremdkörper in Frage. Auch kleine Verletzungen können zu einer Bindehautentzündung führen. Die Krankheitsanzeichen für eine Augenentzündung ist ein milchig - wäßriger Augenausfluß. Die Umgebung des erkrankten Auges ist naß und verklebt. Getrockneter Ausfluß sieht aus wie Zuckerguß und das Auge schwillt mit der Zeit zu.

Bei einer Augenentzündung sollte man sofort zum Tierarzt gehen. Er wird eine antibiotische Salbe verschreiben, die vorsichtig auf das Auge und die Umgebung aufgetragen wird. Während der Behandlung und eine danach darf das Chinchilla kein Sandbad bekommen, damit der Sand keine weiteren Reizungen verursacht.
Auch einen gesunden Chinchilla sollte man genau beobachten und bei dem geringsten Anzeichen eines Augenausflußes das Sandbad sperren.

Knochenbrüche

Die Krankheitsanzeichen für einen Knochenbruch sind Bewegungsstörungen, fehlende Belastungsfähigkeit oder unnatürliche Haltung von Gliedmaßen. Bei offenen Brüchen sind Knochenteile sichtbar.

Bemerkt man einen Knochenbruch beim Chinchilla, dann ist sofort der Tierarzt aufzusuchen. Der Transport erfolgt in einem kleinen Behälter, damit der Bruch durch Herumspringen nicht noch schlimmer wird. Meist können Knochenbrüche geheilt werden. Es bleibt eventuell eine leichte Bewegungsstörung des Tieres zurück. Wenn der Bruch nicht geheilt werden kann, dann muß das Tier eingeschläfert werden.

Verletzungen

Verletzungen können durch Bisse, Risse an scharfen Kanten oder Quetschungen in Türen oder Fenstern entstehen. Offene Wunden kann man mit einem Wunddesinfektionsmittel betupfen und Wundpuder auftragen. Offene Wunden sollten vom Tierarzt behandelt werden, ansonsten besteht die Gefahr einer Wundinfektion. Chinchillas verschlimmern oft durch lecken und benagen die Entzündungen kleiner Wunden.

Damit die Gefahr einer Verletzung auf ein Mindestmaß begrenzt wird, sollte man von vornherein darauf achten, dass im und am Käfig des Chinchilla keine scharfen Kanten vorhanden sind. Wenn das Chinchilla in der Wohnung Auslauf bekommt, muß man hier ebenfalls auf eventuelle Gefahrenherde achten.

Krämpfe

Krämpfe zeigen sich beim Chinchilla durch Muskelzittern, Muskelkrämpfe, Verrenkungen oder vorübergehende Bewegungsunfähigkeit. Diese Krämpfe können bis zu 15 Minuten andauern. Ursache für Krämpfe sind meist Stress oder Kalk - oder Vitamin - B Mangel.

Als Vorbeugung von Krämpfen empfielt sich eine ausreichende Kalkzufuhr (eine halbe Tablette Calcipot aus der Apotheke) und Vitamin - B Zugaben ins Trinkwasser. Ist es schon zu spät, dann sollte man täglich eine Tablette Calcipot geben. Um Stress vorzubeugen, ist darauf zu achten, dass das Chinchilla tagsüber absolute Ruhe zum Schlafen hat. Sind die Krämpfe sehr schlimm, sollte man sofort zum Tierarzt.

Erkältung

Erkältungen entstehen durch Zugluft, zu hohe Luftfeuchtigkeit oder bei Stress bei Umgebungswechseln. Die Anzeichen für eine Erkältung sind wäßriger oder eitriger Nasenausfluß und Schweratmigkeit. Bei einer Erkältung sollte das Tier zu einem Tierarzt gebracht werden, der es dann mit den entsprechenden Medikamenten behandelt. Tut man dies nicht rechtzeitig, dann kann eventuell eine Lungenentzündung daraus werden.

Hautpilze

Eine Hautpilzerkrankung des Chinchilla äußert sich durch Löcher im Fell, Krusten, Schuppen oder Borken um die Augen oder an der Nase. Innerhalb weniger Tage breiten sich diese Stellen über den Kopf und andere Körperpartien aus.

Hautpilze sind weit verbreitet. Eine unsaubere Haltung oder der Kauf eines Tieres aus einem anderen Bestand erhöht die Ansteckungsgefahr.
Da manche Hautpilze auch auf den Menschen oder andere Haustiere übertragbar sind, muß man bei ersten Anzeichen beim Chinchilla sofort zum Tierarzt. Behandelt werden können Hautpilze beim Chinchilla mit Tabletten oder Zusätzen zum Badesand.

Generell ist die beste Vorbeugung gegen Hautpilze beim Chinchilla eine saubere und hygienische Haltung.

Infektionskrankheiten

Anzeichen einer Infektionskrankheit beim Chinchilla sind Freßunlust, Durchfall mit Abmagerung sowie allgemeine Müdigkeit des Tieres.Infektionskrankheiten des Chinchilla werden durch Viren oder Bakterien verursacht, die überall in unserer Umgebung vorkommen und auch andere Tiere befallen. Eine Viruskrankheit, die nur Chinchillas betrifft, gibt es nicht. Viruserkrankungen befallen meist nur durch Haltungs - und Fütterungsfehler geschwächte Chinchillas, gesunde Tiere erkranken in der Regel nicht.

Wenn ein Tier an einer Infektionskrankheit erkrankt ist, dann muß man sofort zum Tierarzt gehen, der die Krankheit feststellen und entsprechende Medikamente verabreichen kann. Auch hier gilt, eine richtige Haltung und Fütterung ist die beste Vorbeugung vor Krankheiten.

Die Zucht des Chinchilla

Chinchillas, die für die Nachzucht bestimmt sind, müssen mindesten 8-10 Monate alt sein. Chinchillas, die unruhig sind und beißen, sollte man möglichst nicht zu Zucht verwenden, da diese Charaktereigenschaften mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Jungen vererbt werden. Selbstverständlich müssen die zukünftigen Eltern gesund sein und gut im Futter stehen, da eine Nachzucht viel Kraft, besonders von der Mutter fordert.

Paarung

Das Weibchen des Chinchillas ist alle 28-30 Tage paarungsbereit. Dieser Zustand hält 3-4 Tage an. Falls das Weibchen in dieser Zeit mit einem Bock zusammen ist, wird es sehr wahrscheinlich zu einer Paarung kommen. Während dieser Zeit, auch Hitze genannt, finden täglich Rauferein statt. Oft findet man sogar Haarbüschel, die sich die Tiere gegenseitig rausgerissen haben.

Wenn der Deckakt erfolgreich war findet man mit viel Glück einen Deckpfropfen. Diesen Deckpfropfen fressen die Chinchillas meistens auf, so dass man nur durch Zufall mitbekommt, wenn die Paarung erfolgt ist.

Schwangerschaft

Die Tragzeit des Chinchillas schwankt zwischen 109 und 114 Tagen, der Durchschnitt liegt bei 111 Tagen. Bei mehreren Jungen, Chinchillas können bis zu 4 Junge gebären, ist der niedrigere Wert anzunehmen, bei Einzelgeburten der höhere. Ab der 6. Schwangerschaftswoche kann man eine Gewichtszunahme feststellen. Jetzt verändern sich auch die Zitzen, sie werden röter und größer.

 

Während der Schwangerschaft hat das Weibchen einen erhöhten Vitamin- und Mineralbedarf. Deshalb ist jetzt besonders abwechslungsreich zu füttern. Während der Schwangerschaft des Chinchillas ist jeglicher Stress für das Tier zu vermeiden. Das Weibchen sollte möglichst nicht mehr hochgehoben werden, ist es doch notwendig, dann muss dabei sehr behutsam vorgegangen werden.

Es darf nie am Bauch hochgenommen werden, sondern man schiebt die Hand unter die Füße und hält es vorsichtig am Schwanz fest, damit es nicht runterhüpft. Ein trächtiges Weibchen schläft während der Schwangerschaft fast nur auf der Seite. Stress muss jetzt unbedingt vermieden werden, es könnte sonst zu Fehl- oder Frühgeburten kommen.

Geburt

Die Geburt findet meistens am frühen Morgen statt. Das Weibchen sitzt dazu auf den Hinterbeinen. Während der Wehen stößt das Weibchen leichte Schmerzlaute aus.

chinchilla junge
Chinchilla mit Jungen
(zum Vergrößern aufs Bild klicken)

Ist das Junge zu sehen, dann zieht die Mutter vorsichtig mit den Zähnen an ihm, um ihm zu helfen. Das kann bei noch unerfahrenen Müttern durchaus zu Verletzungen des Jungen kommen. Ist das Junge endlich geboren, prüft die Mutter durch einen leichten Nackenbiss, ob das Junge lebensfähig ist. Dieser Nackenbiss soll auch die Lebensgeister des Babys erwecken. Nun leckt sie das Junge noch trocken. Die Nachgeburt wird wie bei allen Nagetieren von der Mutter gefressen. Manchmal kann es vorkommen, dass die Jungen zu schnell hintereinander kommen, so dass die Mutter keine Zeit hat, sich um die Erstgeborenen zu kümmern. Dann sollte man einschreiten und die Erstgeborenen etwas massieren und wärmen. Da die frisch geborenen Jungen ja noch nass sind, kann es sehr schnell passieren, dass sie unterkühlen und sterben. Sind alle Jungen geboren und trocken, bekommen sie ihre erste Milchmahlzeit. Bereits wenige Stunden nach der Geburt ist das Weibchen schon wieder paarungswillig, daher sollte man spätestens kurz vor der Geburt das Männchen entfernen.

Aufzucht

Die Jungen werden zwar bis zu 6 Wochen gesäugt, nehmen aber schon nach ein paar Tagen feste Nahrung auf. Mit 4 Monaten sind Chinchilla-Weibchen geschlechtsreif und mit 10 Monaten ausgewachsen. Die Männchen sind schon mit 3 Monaten geschlechtsreif und müssen dann von der Mutter und den Schwestern getrennt werden, damit sie diese nicht begatten. 3 Monate ist auch das richtige Alter für die Abgabe der Jungen an Bekannte oder Zoohandlungen.

Das Gehege für das Chinchilla

Das Chinchilla ist ein sehr bewegungsfreudiges und springfreudiges Tier. Deshalb darf der Chichillakäfig nicht zu klein sein. Ein Chinchillakäfig kann nie zu groß sein. Hier sollte man nicht an der falschen Stelle sparen, sondern an das Wohlergehen der Tiere denken. Der Chinchillakäfig sollte ein Oberteil aus verzinkten Gitterstäben haben. Ein Oberteil aus Plaste ist absolut nicht geeignet, da darin der Luftaustausch nicht im erforderlichen Maße stattfinden kann.

Die Gitterstäbe dürfen nicht mit Plaste überzogen oder lackiert sein, da ein Chinchilla diese Überzüge abnagt und davon Verdauungsstörungen bekommen kann. Die Bodenschale kann aus Metall oder Kunststoff sein. Ist sie aus Kunststoff, ist zu beachten, dass das Chinchilla nicht die Oberkante abnagen kann. Eine in die Bodenschale eingearbeitete Schale aus verzinktem Blech oder ähnlichem erleichtert sehr die Reinigung des Käfigs. Im und am Käfig dürfen sich keine spitzen Kanten, Klammern oder ähnliches befinden, da das Chinchilla sich daran verletzen könnte.

Der Käfig für ein Chinchilla sollte eine Grundfläche von mindestens 80x50 cm und eine Höhe von 80 cm haben. Im Zoohandel gibt es Chinchillaheime, die eine ähnliche Größe haben. Für die Einzelhaltung sind sie bei einem täglichen Auslauf des Chinchilla recht gut geeignet. Besser sind jedoch Volieren für Kleinvögel. Diese haben eine Grundfläche von 100cmx80cm und eine Höhe von 100cm.

Meist haben diese jedoch eine Bodenschublade aus Plaste. Diese ist unbedingt gegen eine aus verzinkten Blech oder Aluminium auszutauschen. Diese Bodenschublade kann ein Klempner anfertigen. An der Rückwand und den beiden Seitenwänden kann man kunststoffbeschichtete Platten anbringen. So wird das Chinchilla wirkungsvoll vor Zugluft geschützt.

Standort des Käfigs

Bei der Standortwahl für den Käfig muss man einige wichtige Dinge beachten:

  • Der Käfig für das Chinchilla sollte niemals auf dem Boden stehen. Ein Chinchilla fühlt sich sicher, wenn er von oben auf die Geschehnisse blicken kann. Jede Bewegung über seinem Kopf bedeutet für ihn Gefahr und er erschreckt sich. Am besten steht er in Brusthöhe
  • Der Käfig für das Chinchilla steht am besten an einer Wand oder in einer Ecke. Wenn der Käfig mitten im Zimmer steht, dann ist ständig rundum Bewegung und das würde den Chinchilla verängstigen und nervös machen.
  • Wenn der Raum, in dem der Käfig steht, tagsüber genutzt wird, dann sollte man ihn in eine möglichst ruhige Ecke stellen, damit das Chinchilla so wenig wie möglich in der Ruhephase gestört wird
  • Der Chinchillakäfig muss hell stehen. Jedoch darf die Sonne niemals direkt in den Käfig scheinen. Die Temperaturen im Käfig würden zu hoch ansteigen und das Chinchilla könnte einen Hitzschlag erleiden.
  • Der Standort des Chichillakäfigs muss trocken und darf nicht zu warm sein. Das Chinchilla fühlt sich bei Temperaturen von 15-18° C am wohlsten. Zugluft ist unbedingt zu vermeiden.

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Futter für das Chinchilla

Das Futter des Chinchilla muss viele Ballaststoffe enthalten. In der Heimat des Chinchilla, den Bergregionen der Anden, finden die Chinchillas auch nur ein karges Nahrungsangebot vor. Darauf ist ihre Verdauung eingestellt, und es kann schnell zu Problemen kommen, wenn man dies nicht beachtet.

Grundfutter

Als Grundfutter haben sich Spezial Chinchilla Pellets, frisches Heu und Wasser bewährt. Die Spezial Chinchilla Pellets sind spezielle Pellets, die an die Bedürfnisse der Chinchilla angepasst sind. Sie werden aus gemahlenen Getreide und Heu gepresst. Außerdem werden ihnen noch Vitamine und Mineralstoffe beigemengt.

Es dürfen nur diese Chinchilla Spezial Pellets, die es im guten Zoohandel gibt, verfüttert werden. In der Pelztierzucht probierte man es mit den billigeren Kaninchenpellets. Dies führte bei längerer Fütterung zu Leberschäden bei den Chinchillas. Außerdem sind die Kaninchenpellets für das Mästen der Stallkaninchen gedacht. Deshalb sollten nicht einmal die Heimtierkaninchen dauernd mit diesem Futter gefüttert werden, und Chinchillas erst recht nicht.

Das Heu für das Chinchilla muss gut abgelagert und trocken sein. Es darf auf keinen Fall verschimmelt sein, oder muffig riechen. Das würde schwere Verdauungsstörungen beim Chinchilla hervorrufen. Im Handel gibt es Kaninchenheu, das diese Anforderungen gut erfüllt. Man kann sein Heu für das Chinchilla aber auch im Sommer selbst machen und einlagern.

Heu von Wiesen, die direkt neben einer Straße liegen, sollte man wegen einer möglichen Schadstoffbelastung nicht verwenden. Feucht gewordenes Heu kann man an der Heizung oder in der Sonne trocknen und dann verfüttern, aber nur, wenn es nicht muffig riecht und nicht schimmelt. Das Heu wird am besten in einer Heuraufe verfüttert. So liegt es nicht auf dem Boden herum und wird schmutzig und nass.

Trinkwasser

Das Trinkwasser für den Chinchilla muss täglich gewechselt werden. Es sollte Zimmertemperatur haben. Ist im Leitungswasser zu viel Chlor enthalten, dann muss man es abkochen. Als Wasserspender sind für das Chinchilla nur Trinkflaschen, die von außen in die Gitterstäbe geklemmt werden, zu verwenden. Offene Gefäße würden durch den Bewegungsdrang des Chinchilla früher oder später umgeworfen werden.

Leckerbissen

Auch der Chinchilla mag natürlich Leckerbissen. Mit diesen Leckerlis muss aber sehr sparsam umgegangen werden. Bei der Zähmung oder beim Heranlocken kann man dem Chinchilla schon mal etwas Gutes anbieten. Das muss sich aber auf kleinste Mengen beschränken. Ein kleines Stück Möhre oder Apfel, einzelne Rosinen oder eine halbe Erdnuss sind schon das Maximum, das Chinchillas am Tag bekommen dürfen.

Vitamine und Mineralstoffe

In den Chinchillapellets sind bereits Vitamine und Mineralstoffe enthalten. Das Chinchilla braucht aber auch Kalk. Diesen gibt es als Mineralstein im Zoofachhandel. Aber auch Kalktabletten sind eine wichtige Ergänzung zur Grundnahrung des Chinchilla . Diese müssen jedoch vom Tierarzt verschrieben werden.

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Das Chinchilla

Das Chinchilla (Chinchilla Chinchilla lanigera) wird schon seit vielen Jahren in der Gefangenschaft gehalten. Allerdings ist das Chinchilla wegen seines dichten und weichen Felles mehr in Zuchtfarmen anzutreffen, die es nur auf das

chinchilla weiss
 Weißer Chinchilla
(zum Vergrößern aufs Bild klicken)

Fell des Chinchilla abgesehen haben. Ursprünglich stammt das Chinchilla aus den Bergregionen der Anden von Chile über Peru und Bolivien bis Argentinien. Erst in den letzten Jahren setzt das Chinchilla sich auch als Haustier langsam durch. Dabei ist das Chinchilla sehr gut als Haustier geeignet. Aber auch beim Chinchilla sollte man sich einige Punkte vorher überlegen, bevor man ihn sich ins Haus holt und das Chinchilla sich wohl fühlt und gesund bleibt:

Das Chinchilla wird zwar schon viele Jahre in Gefangenschaft gehalten, bleibt aber im Grunde ein Wildtier. Ähnlich einer Katze wird ein Chinchilla zwar zahm und zutraulich, hat aber einen ausgeprägten eigenen Willen, der von seinem Halter respektiert werden muss.

Ein Chinchilla ist nicht lernfähig wie ein Hund. Man kann dem Chinchilla nicht beibringen, was er in der Wohnung darf und was nicht. Deshalb sollte ein Chinchilla während des täglichen freien Auslaufes in der Wohnung unter Aufsicht bleiben, da sonst Schäden an der Einrichtung nicht zu vermeiden sind.

Das Chinchilla ist dämmerungs- und nachtaktiv. Deshalb sollte das Chinchilla am Tag nicht durch Lärm aller Art gestört werden. Das Chinchilla muss tagsüber ungestört schlafen können. Deshalb muss man sich vor der Anschaffung gut überlegen, wo man den Käfig des Chinchilla hinstellt. Das Chinchilla kann durch Stress, der durch Lärm und Unruhe verursacht wird, überlastet werden und einen plötzlichen Herztod sterben.

Anders herum macht das Chinchilla wieder in seiner aktiven Phase nachts Geräusche, die durch Nagen, Knabber, Graben und Rascheln entstehen. Entweder man hat einen guten Schlaf, dass einem die Geräusche nichts ausmachen, oder man muss den Käfig nachts in den Flur stellen.

chinchilla silberschecken
 Chinchilla Silberschecken
(zum Vergrößern aufs Bild klicken)

Das Chinchilla ist von Natur aus zwar ein Gruppentier, jedoch gibt es auch hier Ausnahmen, wo man zur Einzelhaltung gezwungen wird. Dies gilt besonders für Tiere, die durch ein abnormales Verhalten auffallen. Darunter zählen zum Beispiel eine erhöhte Aggressivität gegenüber den Artgenossen oder wenn Tiere beginnen sich oder andere am Fell rumzufressen. Aber auch für erkrankte Tiere kann es nötig sein, sie eine zeitlang einzeln zu halten.

Ansonsten sollten Chinchillas entweder mindestens zu zweien oder in kleinen Trupps gehalten werden. Wenn man zwei Chinchilla halten will, dann funktioniert das am besten mit zwei weiblichen Chinchilla, die zusammen aufgezogen wurden. Aber auch Mutter und Tochter vertragen sich gut. Selbstverständlich muss für zwei Tiere der Käfig entsprechend groß sein. Ist der Käfig für die Chinchilla zu klein, dann gehen sie sich bald auf die Nerven und es kann zu Verhaltensstörungen kommen (Fellbeißen).

Zwei männliche Tiere vertragen sich hingegen oftmals nicht ganz so gut. Am besten klappt es auch hier, wenn man 2 Männchen aus demselben Wurf zusammen hält, oder 2 noch recht junge Männchen aus verschiedenen Würfen zusammen bringt. Diese dürfen aber keinen Kontakt zu geschlechtsreifen Weibchen haben, da es dann unweigerlich zu Rangeleien kommt.


Eine Pärchenhaltung ist beim Chinchilla auch möglich. Nur sollte man sich vorher über die notwendigen Konsequenzen im Klaren sein. Ein Pärchen bekommt nun mal irgendwann Junge. Dann steht man vor der Frage, wohin mit dem Nachwuchs. Der Zoohandel nimmt sie nicht immer an und Freunde und Bekannte sind auch irgendwann versorgt.

Das gleiche gilt, wenn man sich zur Gruppenhaltung entschließt. Hier kann man ein Männchen mit mehreren Weibchen problemlos zusammen halten, ein entsprechend großer Käfig natürlich vorausgesetzt. Bei mehreren Männchen kommt es meist zu gröberen Rangeleien, die zu Verletzungen, im schlimmsten Fall zum Tod eines Tieres führen können. Als letzte Möglichkeit vor ungewollten Nachwuchs kann man das Männchen von einem Kleintierarzt kastrieren lassen.

chinchilla hellbeige
Chinchilla hellbeige
(zum Vergrößern aufs Bild klicken)

Das Chinchilla wirkt durch sein kuschliges und weiches Fell zwar wie ein Kuscheltier, ist aber für kleine Kinder überhaupt nicht geeignet. Da sollte man doch lieber zum Meerschweinchen greifen. Für größere Kinder, die Freude an der Beobachtung und der Beschäftigung mit dem Chinchilla haben sind Chinchillas jedoch gut geeignet, um den Umgang und die Verantwortung für ein Tier zu erlernen.

Man sollte jedoch immer daran denken, dass Kinder schnell mal die Lust an etwas verlieren und das Chinchilla kann bis zu 15 Jahre, in seltenen Fällen bis 20 Jahre alt werden. Dann muss man selbst bereit sein, die Pflege des Chinchilla zu übernehmen.

Woher bekommt man Chinchillas?

Die erste Anlaufstelle sind in der Regel Zoohandlungen. Aber, es gibt mittlerweile so viele Notfalltiere und Tiere in Tierheimen, die auf ein schönes Zuhause warten, daß man sich doch erst einmal hier erkundigen sollte. Außerdem sind sie dort meist billiger als in der Zoohandlung und oft schon zahm.Wer Interesse hat, diesen Tieren ein schönes Zuhause zu bieten, sollte bitte hier weiterlesen.