Die Krankheiten der Zwergkaninchen

Leider werden auch Zwergkaninchen manchmal krank. Hier möchte ich einige Krankheiten aufzählen, ihre Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.

Durchfall

Wenn ein Zwergkaninchen Durchfall hat, dann hockt es oft teilnahmslos im Käfig und hat ein struppiges Fell. Der Kot ist schmierig oder breiig. Hat das Tier sehr starken Durchfall, dann ist das Fell rund um den Po beschmutzt. Außerdem magert das Tier ab. Dauert der Durchfall länger als 24 Stunden, dann sollte man mit dem Tier zum Tierarzt gehen. Wenn der Durchfall länger als 48 Stunden andauert, dann muss der Tierarzt eine Kotprobe untersuchen, um die genaue Ursache zu ermitteln.

Durchfall kommt bei Zwergkaninchen relativ häufig vor. Die Ursachen können sehr verschieden sein. Da der Verdauungstrakt der Zwergkaninchen sehr empfindlich ist, kann schon eine Futterumstellung zu Durchfall führen. Wenn man ein Kaninchen kauft, sollte man fragen, was es bisher zu fressen bekommen hat. Auch wenn man das bisherige Futter als total ungeeignet hält, darf man nicht abrupt umstellen. Eine ganz allmähliche Umstellung von alten zum neuen Futter ist nötig. Wenn man die Tiere im Sommer auf eine Wiese setzt, dann muss man ganz langsam beginnen und jeden Tag den Auslauf etwas verlängern. Wenn man die Zwergkaninchen gleich mehrere Stunden auf die Wiese setzt, dann fressen sie sich mit dem frischen Gras voll und Verdauungspropleme sind vorprogrammiert.

Wenn das Zwergkaninchen ständig wiederkehrenden Durchfall hat, dann liegt das wahrscheinlich an einer komplett falschen Ernährung. Wer nur Snacks und Trockenfutter seinen Zwergkaninchen füttert, braucht sich nicht zu wundern, wenn das Tier Verdauungsprobleme hat. Eine langsame Umstellung der Ernährung mit Heu als Hauptnahrung ist dann dringend erforderlich. Wenn man Durchfall bemerkt, dann ist die Fütterung mit Grünfutter sofort einzustellen. Es wird nur noch Heu und getrocknete Kräuter zur Mineralstoffversorgung gefüttert. Wenn das Fell um den After beschmutzt ist, wird es vorsichtig mit Wasser gesäubert, aber keinesfalls das Zwergkaninchen baden. Trinkwasser ist jetzt sehr wichtig. Durch den Durchfall trocknet das Tier aus. Trinkt es nicht von allein, dann muss man mit einer Pipette nachhelfen.

Myxomatose

Eine sehr heimtückische Krankheit bei Zwergkaninchen ist die Myxomatose. Myxomatose ist deshalb so heimtückisch, weil es die verschiedensten Wege zur Ansteckung gibt. Zum einen wäre das der Mensch selber, der vielleicht Kontakt zu einem zahm wirkenden Kaninchen in freier Wildbahn hat. Zahme Kaninchen in freier Wildbahn gibt es nicht. Sie sind krank und nehmen ihre Umwelt nicht mehr richtig war. So wird auch der Fluchtinstinkt gehemmt. Fasst man so ein Kaninchen an, dann wird man durch Keime auf den Händen zum Überträger der Krankheit.

Eine weitere Übertragungsmöglichkeit ist durch Grünfutter. Wenn man Grünfutter auf Wiesen sammelt, auf denen kranke Wildkaninchen gegrast haben, dann ist die Gefahr einer Übertragung auf unsere Zwergkaninchen gegeben. Der Virus überträgt sich durch Ausscheidungen oder Kot. Frisches Grünzeug sollte deshalb vor dem Verfüttern gewaschen werden. Das vermindert eine Übertragung möglicher Viren.

Die Hauptübertragungsursache ist jedoch eine andere, vor der man kein Zwergkaninchen wirklich schützen kann. Dies sind Zecken, Stechmücken und Flöhe. Diese Blutsauger sind vor allem im Frühjahr, Sommer und Frühherbst unterwegs und man kann sich nie sicher sein, ob sie nicht vielleicht vorher ein krankes Wildkaninchen heimgesucht haben. Selbst ein Zwergkaninchen, das nur in der Wohnung lebt, ist vor ihnen sicher.

Wie kann ich jetzt meine Zwergkaninchen vor der Myxomatose schützen? Einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht. Man kann die Zwergkaninchen vom Tierarzt impfen lassen. Jedoch können auch geimpfte Tiere an Myxomatose erkranken. Oft ist der Krankheitsverlauf bei geimpften Tieren aber nicht ganz so schlimm wie bei nicht geimpften Tieren. Ein gewisser Teil geimpfter Tiere stirbt jedoch trotz Impfung. Die Behandlung geimpfter Tiere kann sich sehr lange hinziehen. Meist äußert sich die Krankheit bei ihnen durch chronischen Schnupfen und länger anhaltenden Durchfall. Durch Behandlung mit Antibiotika und viel Geduld schaffen viele Zwergkaninchen die Krankheit zu überstehen, aber eben nicht alle.

 

Bei einem ungeimpften Zwergkaninchen ist der Krankheitsverlauf dagegen äußerst heftig. 3- 5 Tage nach der Ansteckung schwellen die gesamten Schleimhäute an. Der Körper wirkt aufgedunsen und die Schwellungen vereitern. Meist ersticken die Tiere nach 10 - 14 Tagen an den Schwellungen der Atemwege. Bei diesem Krankheitsverlauf gibt es keine Behandlungsmöglichkeiten.

Wenn bei einem Tier Myxomatose auftritt, dann muss man es sofort von den anderen Zwergkaninchen trennen. Falls nicht schon geschehen, sollten die anderen Zwergkaninchen sofort geimpft werden, wenn es nicht schon zu spät ist. Die Einrichtungsgegenstände müssen mit sehr heißem Wasser (über 60 °C) geschrubbt werden. Dann trocknen lassen und desinfizieren. Danach noch einmal mit heißem Wasser schrubben. Zum Schluss dass Ganze mehrere Tage stehen lassen, bevor man die Gegenstände wieder in den Käfig stellen kann. Was auf Grund seiner Materialbeschaffenheit kein heißes Wasser verträgt muss ausgetauscht werden.

Myxomatose ist nicht meldepflichtig. Menschen können durch Myxomatose nicht angesteckt werden, können aber als Überträger wirken.

 

Die Zucht der Zwergkaninchen

Eins muss vor jeden Zuchtabsichten klar sein: Was wird mit den Jungen? Zwergkaninchen können 3 – 6, manchmal auch bis zu 10 Junge gebären. Da darf man nicht einfach Männchen und Weibchen zusammentun und hoffen, dass sich irgendwas ergibt. Die Tierheime sind voll von ungewollten Zwergkaninchen und auch Zoohandlungen haben meist ihre festen Zulieferer. Entweder man findet schon vorher Abnehmer, die den Tieren ein liebevolles Zuhause bieten, oder man hat den Platz und kann den Nachwuchs selbst behalten.

Idealerweise bietet man dem Weibchen einen separaten Wurfkäfig an. Auf keinem Fall dürfen sich darin andere Tiere, wie zum Beispiel Meerschweinchen aufhalten. Diese würden das Nest beschmutzen oder zerstören.

haesin beim nestbau
Häsin beim Nestbau
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Die Häsin sollte mindestens 8 Monate alt sein und nicht mit dem Rammler direkt verwand sein (Inzucht). Wenn man keinen eigenen Rammler hat, kann man seine Häsin auch von einem fremden Rammler befruchten lassen. Dazu sollte man die Häsin zum Rammler bringen und nicht umgekehrt. Wenn man den Rammler zur Häsin bringt, dann bedeutet das für sie, dass ein fremder Artgenosse in ihr Revier eindringt und da können manche Häsinnen sehr rabiat werden.

Weibliche Zwergkaninchen können scheinschwanger werden. Dies kann durchaus 2-3-mal im Jahr passieren. Besonders im Frühjahr und Herbst werden Zwergkaninchen vermehrt scheinschwanger. Aber auch Futterumstellungen oder Schwankungen der Raumtemperatur können zu einer Scheinschwangerschaft führen. Zwergkaninchen sind 3 Tage pro Woche hitzig, das heißt, deckungsbereit. Nach so einer Hitze kann das Zwergkaninchen ebenfalls scheinschwanger werden. Dann hüpft es aufgeregt im Käfig rum um sammelt fleißig Stroh und Heu und baut ein Nest. Zusätzlich polstert es das Nest ausgerupften Bauchfell. Wenn das Zwergkaninchen öfter als 4-mal im Jahr scheinschwanger wird, sollte man zum Tierarzt gehen. Scheinschwangerschaften bedeuten wie normale Schwangerschaften immer Stress für die Tiere. Bei einem Übermaß ist das auf Dauer nicht gut. Der Tierarzt wird eventuell ein Hormonbehandlung vornehmen oder eine Kastration vorschlagen.

Ist ein Zwergkaninchenweibchen hitzig, dass heißt, paarungsbereit, dann kann man dies an verschiedenen Verhaltensweisen sehen. Zum einen fängt es an, stark zu markieren. Es bespringt andere Kaninchen und hoppelt mit aufgestellter Blume umher. Es kann sogar aggressiv werden. Ist das Weibchen paarungsbereit, dann streckt sie dem Männchen ihr Hinterteil hin und hebt das Schwänzchen. Nun bespringt das Männchen das Weibchen und hält sich mit den Zähnen im Genick fest. Oftmals gibt das Männchen bei der Paarung einen Brummlaut von sich, fällt seitlich vom Weibchen herunter und bleibt einige Sekunden regungslos liegen. Kurze Zeit später rappelt es sich aber wieder auf und besteigt das Weibchen erneut.

Die Tragedauer beträgt bei Zwergkaninchen 28 – 32 Tage. Während der Tragezeit braucht die Häsin viel Ruhe. Sie kann ihr Verhalten gegenüber Menschen und auch ihren Artgenossen ändern. Manche Häsinnen werden sogar richtig bissig. Das hängt mit dem Beschützerinstinkt zusammen, der sich während der Tragezeit ausbildet. Die Häsin sollte während der Tragezeit und besonders zum Ende hin nicht hochgehoben werden, um Verletzungen der Jungen zu vermeiden. 4-5 Tage vor dem Wurftermin sollte man den Käfig richtig sauber machen und das Wurfhäuschen reinstellen. Die Häsin wird bald mit dem Auspolstern des Wurfhäuschens beginnen. Dazu benutzt es Heu oder Stroh, zum Schluss hin auch Haare aus dem Bauchfell damit die Jungen ein weiches Nest vorfinden.

 

Die Geburt der Jungen geht ziemlich schnell von statten. Direkt nach der Geburt trennt die Häsin die Nabelschnur durch und leckt die Jungen trocken. Es werden 3 – 10 Junge während eines Wurfes geboren. Die Jungen sind blind, taub und nackt, also völlig hilflos. Es kann vorkommen, dass ein oder mehrere Junge ausserhalb des Nestes liegt. Dann muss man es vorsichtig ins Nest zurück legen, da die Mutter es von sich aus nicht macht. Macht man es nicht selbst, würden die Kleinen an Hunger und Unterkühlung sterben. Kurz nach der Geburt suchen die Jungen die Zitzen der Mutter und säugen das erste Mal. Die Jungen werden ein bis zweimal täglich von der Mutter gesäugt. Sie brauchen viel Wärme und sind als Nesthocker nicht in der Lage, ihr Nest selbstständig zu verlassen. Die Häsin leckt nach dem Säugen den Bauch der Jungen, das regt die Verdauung an.

Nach 20 – 22 Tagen fangen die Jungen an zeitweise das Nest zu verlassen und an Heu oder anderen Futter herumzuknabbern. Jetzt sind Augen, Gehör und Fell schon voll ausgebildet, so dass sie wie eine Miniaturausgabe ihrer Mutter wirken. Die jungen Zwergkaninchen sollten mindestens 8 Wochen bei der Mutter bleiben, ehe sie dann abgegeben werden können.

Das Gehege der Zwergkaninchen

Eine sehr wichtige Komponente für das Wohlbefinden der Zwergkaninchen ist die Unterkunft. Die sollte natürlich wie bei fast jedem Tier so groß wie möglich sein. Die absolute Mindestgröße für einen Zwergkaninchenkäfig ist 140 cm x 70 cm. Allerdings finden die meisten erfahrenen Halter und Züchter diese Größe für maximal ein Zwergkaninchen für ausreichend. Da Zwergkaninchen aber nie allein gehalten werden dürfen, sollte man schon einen größeren Käfig wählen. Viele Käfige aus dem Fachhandel sind zudem noch völlig falsch konstruiert. Gerade in Käfigen mit Plastehauben findet kein richtiger Luftaustausch statt und es kann zu Atemwegserkrankungen der Zwergkaninchen kommen. Wer handwerklich geschickt ist, kann sich eine Luxusvilla für seine Zwergkaninchen selbst bauen. Diverse Bauanleitungen findet man im Internet genug.

Wohnungshaltung

Sehr wichtig bei der Wohnungshaltung der Zwergkaninchen ist der Auslauf. 4 – 5 Stunden am Tag sollten die Zwergkaninchen schon aus ihren Käfigen raus dürfen. Der Käfig sollte eine Klappe an der Seite haben, damit die Tiere von allein rein und raushoppeln können. Bei einem Freilauf im Zimmer ist aber einiges zu beachten. Kaninchen nagen ab und zu und da kann es schon einmal passieren, dass sie die Schrankwand oder andere Holzgegenstände etwas anknabbern. Elektrische Kabel können in Kabelröhren verlegt werden, so dass die Zwergkaninchen die Kabel nicht durchnagen können und durch einen Stromschlag sterben. Natürlich kann es auch mal passieren, dass sie ihr Geschäft irgendwo in der Wohnung verrichten. Man kann versuchen, Zwergkaninchen stubenrein zu bekommen, was jedoch nicht immer gelingt. Dazu stellt man in den Ecken oder Nischen des Raumes Kaninchenklos auf, die mit Zeitungspapier, Katzenstreu und Stroh gefüllt werden. Die Zwergkaninchen werden mehrmals am Tag in ein Klo gesetzt, am besten, wenn sie gerade ihr Geschäft gemacht haben. Irgendwann kapieren es dann einige, aber es klappt leider nicht bei allen. Oft urinieren oder kötteln sie an eine bestimmte Stelle im Raum. Dann muss man das Klo halt dorthin stellen.

Als Ausstattung sollte der Käfig folgendes haben:

  • 1 -2 Futternäpfe aus Ton
  • 1 Trinkflasche
  • eventuell einen Salzleckstein
  • 2 Heuraufen (eine für Heu und eine für Grünfutter)
  • 1 Häuschen, wo es sich mal verstecken kann

Der Käfig für die Zwergkaninchen muss geschützt vor Zugluft und direkter Sonneneinstrahlung aufgestellt werden. Für die Fütterung und das Saubermachen sollte er leicht zugänglich sein. Da Zwergkaninchen besser als Menschen hören, sollte der Käfig nicht gerade im Fernsehzimmer stehen.

Auch wenn man die Zwergkaninchen im Zimmer hält, sollte man versuchen, sie ab und zu bei schönem Wetter in einen Auslauf in den Garten zu setzen. Anfangs sollte man nur 1 – 2 Stunden die Zwergkaninchen auf einen Rasen setzen. Sie sind Gras oft nicht gewöhnt und könnten sich so voll fressen, dass sie Verdauungsprobleme bekommen könnten. Besonders nasses Gras führt sehr schnell zu Blähungen. Es gibt im Fachhandel verschiedene Käfige oder Netze für die kurzzeitige Freilandhaltung. Auf einen sicheren Stand muss man achten. Ebenso sollte der Käfig oder Gehege von oben greifvogelsicher sein. Trotzdem muss man des öfteren nach seinen Zwergkaninchen im Freilauf sehen, weil sie eins von ihren wildlebenden Vettern noch nicht verlernt haben, das Buddeln. Es geht ruck zuck, und sie haben sich unter dem Netz durchgebuddelt, auch wenn der Rasenboden noch so hart erscheint.

   Außenhaltung

Zwergkaninchen können auch das ganze Jahr über im Freien gehalten werden. Am besten klappt es, wenn man einen Garten zur Verfügung hat. Dort zäunt man 10 - 30 m² ab. Als Zaun kann man Maschendrahtzaun nehmen. Die unteren 50 cm verstärkt man zusätzlich mit Kaninchendraht. Der Zaun sollte 30 cm in den Boden eingegraben werden und 1,20 m hoch sein. Ich habe für meine Gehege Drahtzaun von der ehemaligen Zonengrenze genommen. Der sieht zwar nicht unbedingt sehr schick aus, hält aber ewig. Zusätzlich habe ich bis zu einer Höhe von 1,80 m und über das ganze Gehege ein Katzennetz gespannt, in welcher feiner Metalldraht eingebunden ist, gespannt.

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Zwergkaninchen im Gehege
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So brauche ich die Zwergkaninchen nachts nicht unbedingt in den Stall zu sperren. Das haben sie auch lieber so. Wildlebende Kaninchen sind ja auch mehr dämmerungs- und nachtaktiv. Selbst im Winter bei großer Kälte rennen meine Zwergkaninchen die halbe Nacht draußen rum. Durch das Herumrennen halten sie sich warm, darum sollte das Gehege nicht zu klein sein. Für den Besatz eines Außengeheges immer mindestens 2 oder mehr Tiere vorsehen. Ich halte zur Zeit 5 Tiere zusammen. Im Winter sitzen sie gerne eng beieinander und wärmen sich.

Einen trockenen Unterschlupf brauchen die Zwergkaninchen natürlich auch. Meine leben zusammen mit meinen Mandarin- und Brautenten in einem 2 x 2 x 1,80 m (BxLxH) großen Häuschen. Dort haben die Zwergkaninchen, natürlich abgetrennt von den Enten, Boxen von 2 Stockwerken von je 2 x 0,5 m zur Verfügung. Da die Enten nur zum Fressen und bei großer Kälte sich im Stall aufhalten, gibt es da keine Probleme. Als Einstreu nehme ich Stroh, welches im Winter schön warm hält. Die untere Box befindet sich ca. 0,5 m über den Fußboden, so dass die Bodenkälte nicht ran kommt.

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Zwergkaninchen und Wasserschildkröte
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Zwergkaninchen brauchen auch im Winter Wasser. Das wird bei einer Außenhaltung zum Problem. Da kann man bei starkem Frost nur mehrmals am Tag das Trinkwasser wechseln. Ich verwende Glasnäpfe. Nippeltränken würden hier noch mehr Probleme machen. Im Winter ist Heu das Hauptfutter. Es muss immer in Heuraufen zur Verfügung stehen. Mit Grünfutter muss man sehr aufpassen, es darf nicht gefrieren, darum gebe ich bei starkem Frost kein Grünfutter mehr.

Aber auch im Sommer sind verschiedene Dinge zu beachten. Zwergkaninchen brauchen im Sommer unbedingt einen Schutz gegen die Sonne. Das kann man zum Beispiel durch eine teilweise Abdeckung des Außengeheges erreichen. Oft buddeln sich die Zwergkaninchen aber selbst ein Loch in die Erde, wo es dann schön kühl ist. Ich lasse meinen Zwergkaninchen ihre Höhlen selbst buddeln. Wenn sie ca. 0,5 m drin sind, lege ich Steine rein, damit sie nicht weiter buddeln können, trotzdem aber im Sommer kühle Stellen haben. Besonders tragende Weibchen kurz vor dem Gebären sind wahre Buddelkünstler.

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Das Futter der Zwergkaninchen

Das Hauptfutter für Zwergkaninchen ist Heu und nicht wie viele vielleicht glauben, Trockenfutter. Die Verdauung funktioniert bei den Zwergkaninchen etwas anders als beim Menschen. Der Mensch isst und kann dann mehrere Stunden ohne Essen auskommen. Die Zwergkaninchen müssen in viel kürzeren Abständen fressen. Es kommt hinten nur etwas raus, wenn vorn etwas rein gesteckt wird. Darum muss Heu für die Zwergkaninchen immer zur Verfügung stehen. Dabei ist Heu aber nicht gleich Heu. Ein gutes Heu erkennt man am Geruch. Es sollte würzig riechen und trocken sein. Auf keinen Fall darf Heu für die Zwergkaninchen schimmeln oder muffig riechen. Wer die Möglichkeit hat, Heu im Sommer selbst zu trocknen und zu lagern, weiß, was er hat. Heu sollte nicht direkt neben einer viel befahrenen Strasse gemacht werden. Auch die zweite Heumahd im Jahr, das so genannte Grummet ist sehr geeignet für die Fütterung der Zwergkaninchen. Grummet ist feiner und kürzer als das Heu der ersten Mahd und wird manchmal noch lieber gefressen als Heu. Aber auch im Fachhandel bekommt man oft hochwertiges Heu, das noch mit verschiedenen Kräuterzusätzen versehen ist. Man kann aber auch seinem selbst gemachten Heu verschiedene Kräuter, wie Löwenzahn oder Pfefferminze darunter mischen. Das Heu wird in einer Raufe gegeben, damit die Tiere nicht darauf rumtrampeln.

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Mein Zwergkaninchengehege
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Ein weiteres wichtiges Futter für Zwergkaninchen ist Grünfutter. Hier ist besonders Gras wichtig. Aber Achtung: Wenn man Zwergkaninchen erhält, die vorher noch nie Gras bekommen haben, muss man sie ganz langsam daran gewöhnen, ansonsten kann es zu Durchfall kommen. Weiter sollte das Gras frisch sein und nicht schon halb angetrocknet. Trocken sollte das Gras auch möglichst sein, besonders in der Eingewöhnung. Wenn sie einmal richtig an Gras gewöhnt sind, kann es auch mal nass sein. Meine Zwergkaninchen hatten damit noch nie Probleme. In der freien Natur macht auch niemand das Gras für die Wildkaninchen trocken. Ganz gierig sind Zwergkaninchen auf Löwenzahnblätter. Gras wird ebenfalls in einer Raufe gegeben. Wie beim Heu sollte man auch Gras nicht direkt neben einer viel befahrenen Strasse sammeln. Durch die Abgase der Autos sind da überdurchschnittlich viele Schadstoffe drin. Klee und Kohl sollte man den Zwergkaninchen entweder gar nicht oder nur in ganz geringen Mengen füttern. Hier besteht Blähungsgefahr. Ab und zu kann man seinen Zwergkaninchen auch mal etwas Petersilie füttern.

Die Nagezähne der Zwergkaninchen wachsen ihr Leben lang. Deshalb muss man ihnen etwas geben, wo sie dran knabbern können. Dazu eigenen sich Äste und Zweige von Haselnusssträuchern, Ahorn und Weide. Zwergkaninchen verputzen die Blätter samt dem Holz.

Zwischendurch kann man seine Zwergkaninchen auch mal mit etwas Petersilie verwöhnen.

Trockenfutter sollte so wenig gegeben werden wie möglich. Wenn man viel Trockenfutter füttert, dann fressen die Zwergkaninchen automatisch weniger Heu. Heu ist aber sehr wichtig. Durch das Mümmeln des Heus reiben sich die Zähne laufend etwas ab. Durch die Heufütterung kommt es dadurch zu weniger Zahnfehlstellungen. Trotzdem kann man ab und zu etwas Trockenfutter füttern, aber nur in geringen Mengen (nicht mehr als 5 %).

Mit verschiednen Knabbereien kann man die Zwergkaninchen ebenfalls verwöhnen. Dazu gehört hartes Brot. Das Brot sollte wirklich hart sein und nicht schimmeln. Brot sollte aber nicht öfter als 2-mal pro Woche gegeben werden. Getrocknete Maiskolben werden auch gern abgeknabbert, sie sind aber ein Dickmacher, darum nur sehr wenig füttern. Möhre oder Apfelstückchen werden ebenfalls von den Zwergkaninchen sehr gern angenommen. Knabberstangen und andere sogenannte Leckerlies sollte man nur sehr wenig geben oder ganz vermeiden. Das sind Dickmacher und damit nicht gerade gesund.

 

Frisches Wasser gehört natürlich auch zu einer gesunden Ernährung. Viele nehmen Nippeltränken. Um da aber ranzukommen, müssen sich die Zwergkaninchen aber ihren Kopf unnatürlich verdrehen. Besser ist hier ein Wassernapf, der aber täglich sauber gemacht und mit frischem Wasser befüllt werden muss, da sich darin gern Heu und anders sammelt. Man kann den Wassernapf auch etwas erhöht aufstellen, so dass er weitgehend sauber bleibt. Gerade im Winter, wenn nur wenig Grünfutter gefüttert werden kann, ist Wasser sehr wichtig.

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Zwergkaninchen

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Zwergkaninchen im Gehege
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Zwergkaninchen gehören zwar nicht zu den Nagetieren, ich möchte aber trotzdem auf sie eingehen. Zwergkaninchen stammen von den Wildkaninchen ab. Auch die so genannten Stallhasen, die hauptsächlich zur Fleischerzeugung dienen, sind domestizierte Wildkaninchen. Zwergkaninchen sind sehr beliebte Haustiere. Sie dürfen nie allein gehalten werden. Am besten ist die paarweise Haltung. Wenn man keine Jungen haben will, muss das Männchen kastriert werden. Ansonsten hat man alle paar Wochen Nachwuchs. So viele liebevolle Halter wird man kaum finden, die einem die Tiere abnehmen und die Tierheime quellen auch schon über. Auch langjährig allein gehaltene Zwergkaninchen können noch an einen Lebenspartner gewöhnt werden. Wer so etwas möchte, sollte am besten in einem Tierheim schauen. Dort gibt es auch schon etwas ältere Zwergkaninchen, die auf ein liebevolles Zuhause warten.

Von den Zwergkaninchen wurden viele verschiedene Zuchtformen herausgezüchtet. So gibt es Zwergkaninchen mit hängenden Ohren (Zwergwidder, Löwenwidder) und mit stehenden Ohren (Löwenkopfkaninchen). Außerdem gibt es Zwergkaninchen mit kurzem Fell (Kurzhaarzwergkaninchen) und mit langem Fell (Angorakaninchen) sowie die verschiedensten Farbschläge.

Leider ist die Meinung, dass Meerschweinchen ein idealer Partner für Kaninchen sind, noch nicht ganz aus den Köpfen der Menschen verschwunden. Die körperlich viel kleineren Meerschweinchen können sich selbst gegen Zwergkaninchen nicht behaupten. Außerdem haben Meerschweinchen ganz andere Gewohnheiten als Zwergkaninchen und passen einfach nicht zu ihnen. Zwergkaninchen putzen sich gegenseitig und suchen die Nähe der Artgenossen. Meerschweinchen mögen zwar auch ihre Artgenossen, sind aber eher nicht zum Kuscheln bereit. Die einzigste Möglichkeit wäre, wenn man einen sehr großen Auslauf hat und die Zwergkaninchen und Meerschweinchen sich aus dem Wege gehen können. Dies kann man erreichen, indem man für die Meerschweinchen einen separaten Bereich vorsieht, den nur sie durch eine kleine Tür betreten können. Dort sollte auch der Futterplatz und Schlafplatz für die Meerschweinchen eingerichtet werden. Allerdings darf man jetzt nicht auf die Idee kommen, ein Zwergkaninchen mit einem Meerschweinchen zusammen zu halten. Beide Tierarten brauchen mindestens jeweils einen Artgenossen.

Zwergkaninchen werden bei einer optimalen Haltung 7 - 10 Jahre alt. Dies sollte man berücksichtigen, wenn man sich für ein Zwergkaninchen als Haustier entscheidet. Das bedeutet, dass man 10 Jahre Verantwortung für die Tiere übernimmt. Gerade Kinder haben manchmal nicht die nötige Ausdauer, um die Tiere so eine lange Zeit zu pflegen. Es ist für ein 8 jähriges Kind schlecht vorstellbar, dass die Kaninchen immer noch leben, wenn es mit 16 Jahren vielleicht ganz andere Interessen hat. Da sollte man sich vorher überlegen, ob man in so einem Fall die Pflege der Kaninchen eventuell selber übernehmen will. Auf keinen Fall sollte man davon ausgehen, irgendein Tierheim wird die Zwergkaninchen schon aufnehmen.