Die Zucht der Meerschweinchen

Vorraussetzungen für die Zucht der Meerschweinchen

Die Zucht der Meerschweinchen ist nicht besonders schwierig. Jedoch darf man zur Zucht der Meerschweinchen nicht zu junge Meerschweinchen nehmen, da sie sonst in ihrer weiteren Entwicklung gestört werden. Meerschweinchen werden zwar schon mit 5-6 Wochen geschlechtsreif, sie sollten aber für den ersten Zuchtversuch zwischen 5 Monaten und 12 Monaten alt sein.

Das maximale Alter für die Zucht der Meerschweinchen liegt bei 3 Jahren. Ältere Tiere sollten nicht mehr gedeckt werden. Die Männchen haben ihre beste Zuchtreife im Alter zwischen 6 Monaten und 4 Jahren. Dann sollten auch sie in Rente gehen dürfen, obwohl sie noch länger zeugungsfähig sind. Die Weibchen sollten je nach Gesundheitsstand nicht öfter als 2-3 mal im Jahr gedeckt werden.

Paarung der Meerschweinchen

meerschweinchen bock
Meerschweinchenbock
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meerschweinchen weibchen
Meerschweinchenweibchen
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Das man nur völlig gesunde und kräftige Meerschweinchen für die Zucht nimmt, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Die Paarung, Trächtigkeit, Geburt und Aufzucht der jungen Meerschweinchen kostet viel Kraft und Energie. Außerdem müssen sich die beiden auserwählten Meerschweinchen gut miteinander vertragen.

Meerschweinchen, die im Haus gehalten werden, ist es egal, zu welcher Jahreszeit sie sich paaren. Da aber Meerschweinchen zum rundum Wohlfühlen viel frisches Grün brauchen, sollte man die Zucht der Meerschweinchen in die Monate April bis Oktober planen, da im Winter kein frisches Grün zu finden ist.

Das Weibchen ist alle 14-18 Tage für jeweils 15-24 Stunden deckbereit. Wenn man das Paar zusammensetzt, wird man sehr schnell merken, ob das Weibchen paarungsbereit ist. Ist sie nicht zu einer Paarung bereit, dann reagiert sie mit Drohgesten oder einen Spritzer Urin gegen das Männchen. Ist das Weibchen jedoch paarungsbereit, dann wird es schnell zur Paarung kommen, die nur ein paar Sekunden dauert.

Nach der Paarung betreiben beide intensive Körperpflege. Im Prinzip kann der zukünftige Vater beim Weibchen bleiben. Bei den Meerschweinchen kann man in vielen Fällen ein regelrechtes Familienleben beobachten. Allerdings sollte man sich im Klaren sein, dass Das Meerschweinchen-Weibchen bereits 12-24 Stunden nach der Geburt schon wieder paarungsbereit ist. Das sollte man aber insbesondere jungen Müttern, die das erste Mal werfen, nicht zumuten. Besser ist es, den Vater spätesten kurz vor der Geburt zu entfernen.

Geburt und Aufzucht der Meerschweinchen

Meerschweinchen haben eine relativ lange Tragezeit von 67-69 Tagen.

Sie bekommen 1-6, in seltenen Fällen 7 Junge. Sie müssen jetzt besonders abwechslungsreich gefüttert werden. Jedes Erschrecken ist jetzt zu vermeiden. Bei einem eventuellen Hochheben des Weibchens ist sehr vorsichtig zu verfahren (mit beiden Händen Hochheben). Nach 4 Wochen sieht man schon deutlich die Schwangerschaft des Weibchens. Nach 10 Wochen kann man schon die Bewegungen der Jungen im Bauch der Mutter sehen und fühlen. Kurz vor der Geburt wird der Käfig noch einmal gründlich gesäubert und ein extra dicke Lage Einstreu eingebracht, damit die Jungen schön weich liegen. Kurz vor der Geburt legen einige Weibchen eine Mulde in der Einstreu an.

meerschweinchenjunge
Meerschweinchenjunge
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Die Geburt selber dauert meist 1-1,5 Stunden. Dauert die Geburt länger als 5 Stunden und gibt das Weibchen Schmerzlaute von sich, muss dringend der Tierarzt eingreifen. Nach der Geburt legt die Mutter die Jungen trocken und frisst die Nachgeburt auf. Jetzt werden sie das erste Mal gesäugt.

Die Jungen haben die Augen offen, riechen und hören alles. Die Jungen folgen der Mutter auf Schritt und Tritt (Nestflüchter). Das Weibchen hat nur 2 Zitzen. Da aber meist mehrere Jungen geboren werden, suchen sich die jungen Meerschweinchen nach 4 Tagen meist schon etwas Zusätzliches zu Fressen. Die Mutter hat bis zu 5 Wochen Milch.

Wohin mit dem Nachwuchs der Meerschweinchen?

Die Männchen werden mit 6-8 Wochen geschlechtsreif und sollten spätestens jetzt von den Weibchen, die schon mit 4 Wochen geschlechtsreif geworden sind, getrennt werden. Mit einem Alter von 4 Wochen kann man die Meerschweinchen abgeben.

Wohin man sie abgeben will, sollte man schon vor der Paarung weitgehends geklärt haben oder man behält sie selber. Wenn man keine Möglichkeiten sieht, die Tiere in gute Hände abzugeben, sollte man von einer Zucht der Meerschweinchen lieber Abstand nehmen.

Das Futter für das Meerschweinchen

Meerschweinchen sollten 2-3 mal täglich mit frischem Futter versorgt werden. Das Grundnahrungsmittel der Meerschweinchen ist Heu. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass es frisch und aromatisch riecht und trocken ist. Auf keinen Fall darf es schimmeln.

Die beste Lösung ist natürlich, wenn man die Möglichkeit hat, sich das Heu im Sommer auf der Wiese selbst zu machen. Aber bitte nicht auf Wiesen direkt neben einer Straße. Dort ist das Gras durch die Auspuffabgase sehr belastet. Das Heu für die Meerschweinchen gibt man am besten in einer Raufe, damit es nicht verschmutzt.

Frischfutter

Ein zweites, sehr wichtiges Futter ist frisches Gras, was natürlich im Winter nicht zur Verfügung steht. Auch hier sollte man es nicht gerade neben einer Straße holen. Außerdem darf die Wiese nicht gerade erst frisch gedüngt sein. Ebenfalls meiden sollte man solche Wiesen, die bekannt dafür sind, dass Hundehalter hier mit ihren Hunden Gassi gehen.

Frischfutter aus der Natur muss vor dem Verfüttern gründlich gewaschen werden, damit eventuelle Krankheitskeime entfernt werden. Gerade in ländlichen Gebieten kommt es vor, dass Füchse in bewohnten Gebieten herum strolchen und ihren Kot hinterlassen. Darin kann sich z.B. der Fuchsbandwurm befinden, der für das Meerschweinchen, aber auch für den Halter sehr gefährlich ist.

Meerschweinchen, wie alle anderen Tiere, die Grünfutter benötigen, lieben besonders die ersten Pappelblätter, die es im Frühjahr nach der grünfutterlosen Zeit gibt. Da es im Winter nun mal kein frisches Gras gibt, muss man den Meerschweinchen in dieser Zeit anderes Frischfutter anbieten. Das kann Obst sein: Apfel, Banane, Melone, Erdbeeren, Kiwi, Weintrauben oder Gemüse: Möhren, Paprika, Petersilie.

Trockenfutter

Trockenfutter aus der Zoohandlung nehmen Meerschweinchen ebenfalls gern an. Jedoch sollte man hier aufpassen, dass es nicht zu viele Nüsse und Sonnenblumenkerne enthält. Diese enthalten viel Fett und lassen das Meerschweinchen leider sehr schnell verfetten. Hier gilt: Maßvoll füttern, 1-2 Esslöffel pro Tag reichen für ein erwachsenes Meerschweinchen aus.

Knabberkost

Da auch beim Meerschweinchen die Zähne ständig nachwachsen, brauchen auch Meerschweinchen viel Knabberkost. Das kann getrocknetes altes Brot sein. Auch Äste von ungespritzten Obstbäumen eignen sich sehr gut zum knabbern. Wenn man sowas nicht zur Verfügung hat, kann man auch auf käufliche Knabberstangen zurückgreifen. Der Zoohandel bietet da einiges an.

Trinkwasser

Für das Meerschweinchen muss immer frisches Trinkwasser zur Verfügung stehen. Ein täglicher Wechsel des Wassers sollte selbstverständlich sein. Hier gibt es 2 Möglichkeiten, die Vor- und Nachteile haben. Zum einen sind das offene Trinkgefäße. Dazu kann man glasierte Blumentopfuntersetzer nehmen. Sie haben aber den Nachteil, dass sie schnell verschmutzen.

Die zweite Möglichkeit sind die bekannten Trinkflaschen. Diese verschmutzen zwar nicht, sind jedoch meist mit einem Gummistopfen, in dem das Trinkröhrchen untergebracht ist, verschlossen. Dieser Gummistopfen riecht bei vielen Flaschen ziemlich stark nach Gummi. Das Wasser darin dürfte dann wohl auch so ähnlich schmecken. Meiner Meinung nach sind offene Gefäße, die etwas erhöht aufgestellt werden, damit sie nicht so schnell von den Meerschweinchen verschmutzt werden, die beste Lösung.

Hier ein paar Beispiele für Futter für Meerschweinchen. Für Details einfach auf das entsprechende Bild klicken.

                                                                            

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Meerschweinchen

Meerschweinchen sind in ihrer Heimat Südamerika weit verbreitet. Dort bewohnen die Meerschweinchen die unterschiedlichsten Habitate. Diese reichen von flachen Grasländern bis in Gebirgsregionen von 4000 m Höhe. Nur im Regenwald kommen keine Meerschweinchen vor. Die Familie der Meerschweinchen setzt sich aus 3 Unterfamilien zusammen, die sich äußerlich stark unterscheiden:

  • eigentliche Meerschweinchen (Caviinae)
  • Hausmeerschweinchen (Cavia porcellus)
  • Pampashasen (Dolichotinae)
meerschweinchen
Meerschweinchen
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Hier soll es jedoch ausschließlich um das Hausmeerschweinchen als Heimtier gehen. Hausmeerschweinchen, im folgenden nur Meerschweinchen genannt dürfen im Gegensatz zu den Hamstern nie allein gehalten werden. Meerschweinchen sind Rudeltiere, bei einer Einzelhaltung werden sie ängstlich und werden nie ihr normales Verhalten zeigen.

Auch der Mensch wird nicht als Angehöriger des Rudels akzeptiert. Das klappt zwar mit Hunden, jedoch nicht bei Meerschweinchen. Meerschweinchen akzeptieren nur Angehörige der eigenen Art. Will man mehr als zwei Meerschweinchen zusammen halten, dann sollte man beachten, dass es bei den Meerschweinchen in Gruppenhaltung eine strenge Rangordnung gibt.

Ein männliches Meerschweinchen sollte mit mehreren Weibchen zusammen gehalten werden. Gibt es mehrere Männchen in der Gruppe, dann kann es zu Kämpfen kommen, bei denen das ranghöchste Männchen die anderen Männchen verstößt. Gibt es in der Gruppe der Meerschweinchen kein Männchen, dann übernimmt meist das älteste Weibchen die Rolle des Bosses.

 

Wenn Gefahr droht oder wenn die Meerschweinchen ihre Ruhe haben wollen, ziehen sie sich in ihr Häuschen zurück. Deshalb ist es notwendig, dass für jedes Meerschweinchen ein Häuschen vorhanden ist. Meerschweinchen können sehr gut sehen und riechen.

Meerschweinchen sind im Gegensatz zu Hamstern besser als Pfleglinge für Kinder geeignet. Meerschweinchen sind recht sanftmütig. Trotzdem sollte man aufpassen, dass Kinder es nicht zu toll mit ihnen treiben. Der Biss eines Meerschweinchens ist sehr schmerzhaft. Kinder können im Zusammenleben mit Meerschweinchen das Übernehmen von Verantwortung lernen.

Vor der Anschaffung von Meerschweinchen muss man sich aber im Klaren sein, dass Kinder manchmal schnell die Lust an etwas verlieren. Dann muss man selbst die Pflege übernehmen, und das für 8-10 Jahre, denn so lang können Meerschweinchen leben.

Meerschweinchen gibt es in den verschiedensten Farben und Formen.

Das Gehege für das Meerschweinchen

Da man Meerschweinchen nie allein pflegen darf, muss man von vornherein gleich ein Meerschweinchengehege für 2 Meerschweinchen kaufen, auch wenn vielleicht erst eines da ist. 2 Meerschweinchen brauchen ein Meerschweinchengehege mit einer Mindestgrundfläche von 100cm x 60cm. Aber auch hier gilt, je größer das Meerschweinchengehege ist, umso besser für die Meerschweinchen. Je weniger freien Auslauf man den Meerschweinchen geben kann, umso größer muss das Meerschweinchengehege sein.

Gitterkäfige

 Luxusvilla
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Im Handel gibt es die unterschiedlichsten Meerschweinchengehege. Meist haben diese Meerschweinchengehege ein Unterteil aus Plaste und ein abnehmbares Gitteroberteil. Nie ein Meerschweinchengehege mit Plasteoberschale verwenden. Diese stellen nicht die notwendige Belüftung sicher. Gerade im Sommer würde sich die Luft darunter zu sehr erwärmen und die Meerschweinchen können einen Hitzeschlag erleiden.

Meerschweinchen sind sehr empfindlich gegen zu große Hitze. Wenn das Meerschweinchengehege groß genug ist kann man auch gekaufte Käfige noch etwas aufwerten. Zum Beispiel kann man in halber Höhe ein Brett anbringen, auf das die Meerschweinchen über eine Rampe gelangen können. Dort haben sie einen guten Überblick auf alles rundum.

Da auf dieser Aussichtsplattform keine Einstreu liegt, kann man dort das Frischfutter geben, das da nicht so schnell verschmutzt. Auch Leckerlis können da angeboten werden oder der Wassernapf kann dort oben stehen. Ein zusätzlicher Unterschlupf kann dort natürlich auch stehen. So können sich die Meerschweinchen, falls es einmal nötig sein sollte, aus den Weg gehen.

Selbstgebaute Meerschweinchengehege

Besser als die gekauften Meerschweinchengehege sind selbstgebaute Meerschweinchengehege. Wer die Möglichkeit hat, sein Meerschweinchengehege selbst zu bauen, sollte die auch tun. Hier kann man seiner Phantasie freien Lauf lassen. Das Selbstbaugehege lässt sich dem Umgebungsort, z.B. einer Nische perfekt anpassen.

Um den Meerschweinchen noch mehr Grundfläche zur Verfügung zu stellen, kann man gleich mehrere Etagen planen. Diese werden durch Rampen miteinander verbunden, so dass die Meerschweinchen problemlos hochlaufen können. Im Prinzip kann man die gleichen Materialien verwenden, die ich im Kapitel über das Hamstergehege beschrieben habe.

Auslauf und Außengehege

Auch Meerschweinchen brauchen täglichen Auslauf. Hier sollte einiges beachtet werden. Da Meerschweinchen sehr gern an allen rumknabbern, muss alles gefährliche, wie Stromkabel etc. aus ihrer Umgebung weggeräumt werden. Am besten ist es, man bleibt während der Zeit des Auslaufes bei ihnen. Zum Austoben kann man die vielfältigsten Spielgeräte selbst bauen. Das fängt von einer einfachen Wippe an und geht bis zu umfangreichen Holzkonstuktionen mit Häuschen, Durchgängen, Röhren usw. in verschiedenen Etagen.

meerschweinchenaussengehege

Hier fühlen sich die Meeris wohl
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Ein Auslauf nach draußen ist auch möglich. Hier sollte man aber bestimmte Maßnahmen treffen. Befindet sich der Auslauf auf einer Wiese, kann es passieren, dass sich das Meerschweinchen mit Gras vollfrisst. Ist es diese Nahrung nicht gewohnt, kann das zu Blähungen und Durchfall kommen.

Eine weitere Gefahr für das Meerschweinchen im Freilandauslauf sind andere Tiere, Hunde oder Katzen zum Beispiel, die sich am Meerschweinchen vergreifen könnten. Entweder muss man während des gesamten Auslaufes dabei bleiben oder durch geeignete Abdeckungen mit Draht oder ähnlichem dafür sorgen, dass nichts passiert.

Wer die Möglichkeit und den Platz hat, kann auch ein großes Außengehege bauen und die Meerschweinchen von Frühjahr bis Herbst dort halten. Hier muss man den Meerschweinchen Gelegenheit geben, sich bei heißem Wetter an kühlere Orte zurückzuziehen. Dies erreicht man durch schattenspendende Bäume oder aufgeschichtete Steinplatten.

Man kann auch ein Loch in die Erde buddeln und bis auf einen Eingang abdeckten und den Meerschweinchen so eine Art natürliche Höhle anbieten. Natürlich müssen sich die Meerschweinchen auch bei kälterem Wetter und bei Regen in ein isoliertes Häuschen zurückziehen können.

Hier ein paar Beispiele für ausreichend große Gehege. Für Details einfach auf das entsprechende Bild klicken.

                                           

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